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Neuigkeiten aus den Pfarrgemeinden


Ergebnisse unserer PG-Umfrage - Teil 2

Frage 6: Ihre schlechteste Erfahrung mit Kirche war...

Bei der Frage nach negativen Erlebnissen kamen mit insgesamt 109 Anmerkungen zwar weniger Antworten, dafür jedoch Bemerkungen zu sehr unterschiedlichen Themenfeldern. Ein kleinerer Teil davon betraf schlechte Erfahrungen mit der Haltung oder dem Verhalten der Kirche an sich. So beklagten etwa 14 Antwortende Missbrauch und Doppelmoral im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen und den Umgang mit Gruppen wie Frauen, Geschiedenen oder queeren Menschen. 11 Mal wurde die als konservativ, starr und reformunwillig empfundene Haltung der Kirche kritisiert, etwa im Bezug auf Zölibat und Bewegungen wie "Maria 2.0". Etwa 10 Berichte von Menschen, die sich ausgeschlossen (etwa als Mädchen beim Ministrieren) oder zurückgewiesen fühlten, betrafen ebenfalls wohl länger zurückliegende Erlebnisse und mündeten in generelle Kritik an der Kirche. Auch das "Totstellen der Kirche während der Coronazeit" und das in dieser Zeit "sehr eingeschränkte kirchliche Angebot" hallen noch immer nach, und "Kirchensteuerabrechnung auf dem Lohnzettel" sowie die "Bettelei um Geld" stießen vereinzelt unangenehm auf.

Der größere Teil der vorgetragenen Kritikpunkte bezog sich jedoch auf Entwicklungen oder Erlebnisse in unseren Pfarreien selbst - und genau das war die eigentliche Stoßrichtung der Frage, um Verbesserungspotenzial für unsere Pfarreien aufzudecken. Elf Personen monierten eine "Engstirnigkeit", gar "Zensur" bei der Auswahl von Musik für Veranstaltungen, mit der Folge, dass Konzerte abgesagt wurden. Zehn Antwortende stießen sich auch an der als oft als langweilig und weltfremd empfundenen Form der Liturgie, etwa an Sprache, Länge oder dem Alter der Lieder. Neun Personen machten dies darüber hinaus insbesondere am Bereich der Kinder, Jugend und Familien fest: "Familiengottesdienste, bei denen auf die Kinder nicht wirklich eingegangen wird", "zu wenig hauptamtliches Engagement für Jugendarbeit" oder "Der Religionsunterricht war langweilig" lauteten beispielsweise einige Kommentare, die sich teilweise auch schon auf frühere Jahre bezogen. Und auch die teilweise überraschenden Wechsel, seit Pfarrer Hans Schneider 2005 aus dem Amt geschieden war, sind noch nicht vergessen.

Aber auch am derzeitigen Personal gab es in etwa einem Dutzend Fälle Kritik: fehlende Präsenz bei kirchlichen Anlässen (wie Hochzeit, Beerdigung, Fronleichnamsprozession oder Dorffesten), die als Desinteresse gewertet werden, und als unzureichend empfundene seelsorgerische Zuwendung wurden zur Begründung genannt. Hinzu kamen 8 Nennungen von Unzufriedenheit mit dem Umgangston gegenüber Ehrenamtlichen sowie mangelnder Wertschätzung ihrer Arbeit. "Wer ehrenamtliches Engagement durch immer neue Auflagen einschränkt, etwa bei Chören oder Gottesdienstteams, riskiert, dass Herzblut und Einsatzbereitschaft auf der Strecke bleiben. Ehrenamt lebt von Freude, nicht von Bürokratie", lautete ein Appell.

Nach so viel Kritik vielleicht ein kleiner Trost: Die mit 17 Einträgen immerhin größte Gruppe der Anmerkungen umfasste die der Zufriedenen, die keine schlechten Erfahrungen gemacht hatten.


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