Pfarreien Geltendorf, Kaltenberg, Hausen Federzeichnung St. Stephan / Hl.Engel (gez. von A. Höpfl)
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Neuigkeiten aus den Pfarrgemeinden


"Menschen auf der Flucht - Fremde unter uns"

Flucht ist ein ernstes Thema. Menschen überwinden Stacheldrahtzäune und Mauern. Sie suchen Zuflucht in einem Land, das Sicherheit gewährleistet. Aber sind diese Menschen bei uns willkommen? Viele Menschen ließen sich im Herbst 2015 anrühren von der Not der Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof und halfen.
Frau Prinz fragte: Was macht uns Sorgen, was berührt uns, was hilft uns in unseren Sorgen? Wie sind wir mit dieser neuen Situation umgegangen?

Mehrere Seniorinnen und Senioren äußerten ihre eigenen Lebenserfahrungen und ihre Meinung. Viele Erinnerungen an 1945 kamen hoch und an den Mauerfall an der Grenze zur DDR.
Wichtig dabei ist, die Vorurteile zu überprüfen und nach sachlichen Informationen Ausschau halten.
Wir haben ein Wertesystem, das es zu verteidigen gilt.
Im Fremden den Menschen sehen!


Im 20. Jahrhundert gab es in Europa immer wieder Auswanderung, Flucht und Vertreibung. In den Jahren 1900 - 1920 gingen viele Menschen nach Amerika in der Hoffnung auf ein besseres (Über-)Leben. In den 30er- und 40er-Jahren flohen sehr viele aus Deutschland vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten und im DDR-Regime wollten die Menschen nicht leben und versuchten deshalb trotz Lebensgefahr, die Mauer zu überwinden.
Nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens flohen Anfang der 90er-Jahren viele Menschen aus ihrer Heimat und kamen zu uns.


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Nach Ende des 2. Weltkriegs waren 14 Millionen Menschen heimatlos und viele suchten und fanden in Deutschland eine neue Bleibe. Es gab aber auch damals schon viel Angst vor den Flüchtlingen und viele Vorurteile. Bräuche und Religionen prallten aufeinander, es gab wie heute Unterschiede in der Sprache, der Dialekt war fremd. Die Kinder nahmen die "neue" Sprache an, die Eltern behielten den Dialekt bei.
Die Menschen wurden oft als "Zigeuner" und "Huraflüchtlinge" beschimpft und waren leider nicht immer willkommen.


Die Flüchtlinge brachten damals aber auch wirtschaftliches und kulturelles Wissen mit.
Stichwort "Neugablonz" - die vertriebenen Gablonzer gründeten hier das NEUE Gablonz und halfen in der Nachkriegszeit mit, das Land wieder aufzubauen.

An dieser Stelle sangen wir gemeinsam das "Böhmerwaldlied", Frau Prinz war von unserem Senioren-Chor begeistert! Es ist eines der bekanntesten Lieder, das von Heimweh und Erinnerung an die verklärte Kindheit berichtet.


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Im Grundgesetz der Bundesrepublik wurde am 23. Mai 1949 festgeschrieben:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Niemand darf wegen seiner Einstellung und Religion verfolgt werden. Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.

Das gilt auch heute noch!


Derzeit sind weltweit ca. 60 Millionen Menschen aus politischen und wirtschaftlichen Gründen und wegen Umweltkatastrophen auf der Flucht und viele suchen eine neue Heimat in Deutschland.

Da sind auch wir gefordert:
Gerade als Christen sollen wir Verständnis für die Menschen aufbringen - und wir dürfen uns durchaus fragen, wie es denn uns in einem fremden Land in ähnlicher Situation ginge ...

Die Besinnung auf unsere Werte und Religion helfen uns dabei. Die biblischen Wurzeln unseres Glaubens berichten von der Vertreibung aus dem Paradies, von der Erkenntnis von Gut und Böse. Abraham ist aufgebrochen und einer Verheißung gefolgt (er war nach heutigen Maßstäben eigentlich ein Wirtschaftsflüchtling). Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Wüstenerfahrung, Zerstörung und Besetzung von Samaria, babylonische Gefangenschaft - in dieser Zeit sind die Psalmen entstanden. Auch Jesus war ein Flüchtling und Heimatloser.

Wir Christen sind ein pilgerndes Gottesvolk. Der Fremde, der sich bei uns aufhält, soll wie ein Einheimischer gelten (Lev. 19,34).
Unser christlicher Auftrag ist Gastfreundschaft (1 Petr. 4,9).
Jesus sagt: Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen (Mt. 25,35).
In der Begegnung wird der Fremde zum Mitmenschen.

Vielen herzlichen Dank an Frau Prinz, die uns an diesem Nachmittag bei Kaffe und Kuchen das schwierige und aktuelle Thema "Flucht" sehr einfühlsam und umsichtig nahegebracht hat.


Der Seniorenclub trifft sich wieder am 14. Februar um 14 Uhr im Schützenheim zu einem Faschingsnachmittag.

Annemarie Dörfler, Annemarie Rothmayer und Marianne Donhauser



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